Das Fühlen – Emotionale Intelligenz

Auszug aus „Das beBook – Eine kurze Erinnerung an das Wesentliche“ von Susanna Sieg

[…] Jede Angst ist letztendlich die Angst vor einem Gefühl. Die Welt des Fühlens erscheint uns oft als ein sehr unsicherer Ort, denn wir haben Angst davor, uns schrecklich zu fühlen. Das ist ein sehr wichtiger Grund, weshalb es uns manchmal – neben den Interventionen unseres Verstandes – so schwer fällt, tief ins Jetzt, ins Sein zu sinken. Das, was oft sofort fühlbar wird, wenn du ganz präsent bist, sind unter anderem verdrängte, ungewollte, unangenehme Gefühle. Warum? Sie ringen um ihren Platz in deinem Leben, da alles in unserer polaren Welt einen Ausgleich sucht. Deine bewusste Hinwendung und Anerkennung bringen deinen Emotionalkörper in Balance.

Stell dir vor, du könntest mit Leichtigkeit die gesamte Palette der Gefühle fühlen: Freude, Angst, Dankbarkeit, Trauer, Mut, Übermut, Eifersucht, Lebendigkeit, Ohnmacht, Lust, Feindlichkeit, Liebe, Unruhe, Entzückung, Einsamkeit, Aufgeregtheit, Wut, Fröhlichkeit, Scham, Gelassenheit und so weiter. Es gibt endlose Varianten. Fühlen ist tatsächlich einfach: Solange dein Verstand sich nicht einschaltet, sind es einfach Empfindungen, die dich durchwandern. Wie ein Schauer, der sich wohlig oder aber bedrohlich anfühlen kann. Wenn du ihn nicht etikettierst, ist es schlicht eine kribbelige Körperempfindung. Selbstliebe ist eng damit verknüpft, alle Empfindungen zuzulassen, nichts von sich zu weisen.

Sobald du dich tief in den Moment fallen lässt, werden alle Empfindungen stärker spürbar. Deshalb ist es wichtig, die Angst vor dem Fühlen zu erkennen und zu überwinden. Es ist wichtig zu begreifen, dass es dein Verstand ist, der Empfindungen durch seine Bewertungen behaglich oder bedrohlich erscheinen lässt. Sie sind es per se nicht. […]

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