Ein offener Brief – Teil V

Liebes,

dein Wunsch, anderen helfen zu wollen, mutet edel an, und ich kann das auch fühlen, wie sehr dein Herz helfen will. Die Freude und die Dankbarkeit, die zu dir zurückkommen, fühlen sich nährend und erfüllend an. Deine Zweifel, die dich gerade und immer wieder mal überfallen, legen eine tiefere Ebene in dir bloß, die gesehen sein will, deine Seele will dich pur.

Wo du gut und hilfreich bist, hast du das Gefühl, gebraucht zu sein, und wenn die Wertschätzung und der Dank für das, was du tust, ausbleiben, bist du dir einfach nicht mehr sicher, ob das alles so richtig ist. Dein tiefer Wunsch zu helfen ist letzten Endes an dich selbst adressiert, denn wir werden nur für uns selbst geboren. Du hilfst dir selbst.

Zuerst hilfst du dir, dich durch dein Helfen genährt, geschätzt, erfüllt und von anderen gebraucht zu fühlen, als gut wahrgenommen zu werden und dich auch selbst so wahrzunehmen. Wenn du dann anfängst, diesen Kreislauf zu durchrechen, stellt sich die Frage: Was von alledem, was du für andere tust, würdest du genauso tun, wenn klar ist, dass kein Dank, keine Wertschätzung, kein Geld oder sonst irgendwas zu dir zurückkommen?

Vielleich fühlst du dich schlecht mit dem Gedanken, dass dein Engagement für andere nicht so selbstlos ist, wie du das bisher angenommen hast, aber genau diese Einsicht kann dir wirklich große Erfüllung bringen. Du kannst gut mir dir selbst sein und dich mit deinen eigenen Bedürfnissen in den Mittelpunkt stellen und selbst wertschätzen, und so du kannst anfangen, deine tiefste Sehnsucht aus dir selbst heraus zu stillen.

In Liebe
Susanna

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